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Jobportrait eines angestellten Juristen im Personalbereich |
| von Dietrich Koska, Personalreferent in einem Chemieunternehmen | Dietrich Koska, geb. 1971 studierte Rechtswissenschaft in Bochum und Linz (Oberösterreich). Nach dem Referendariat am LG Essen begann er 1999 als Personalreferent bei einer Chemiefirma. |
Das Unternehmen | "Ich bin bei einem Unternehmen der Spezialchemie mit weltweit rund 3.000 Mitarbeitern angestellt. Wir gehören zu einem großen internationalen Chemiekonzern, sind aber rechtliche selbständig. Am Hauptsitz der Firma sind etwa 1.300 Mitarbeiter in Forschung, Entwicklung, Marketing, Verwaltung und Produktion beschäftigt. Das Unternehmen beschäftigt drei Juristen." | Tätigkeitsbereich
| "Ich betreue als Referent in der Personalabteilung Tarif ca. 400 Mitarbeiter aus den Bereichen Labor und Verwaltung. Hierunter ist die Personalsuche, Bewerberauswahl, die laufende Betreuung bei Gehaltsentwicklungen und Versetzungen, sowie allfällige Entlassungen zu verstehen. Dazu bin ich Ansprechpartner für alle arbeitsrechtlichen Fragen. Zusätzlich bin ich auch in eigenen Mandaten überwiegend auf dem Gebiet des Arbeits- und Urheberrechts selbständig tätig." 
| Arbeitstag | "Mein Tag beginnt gegen 8.00 Uhr, durch ein Gleitzeitmodell kann ich den Tag aber auch flexibel starten lassen. Einen typischen Arbeitsablauf gibt es eher nicht. Normalerweise ist der Tag eine Mischung aus persönlichen Gesprächen mit Vorgesetzen und schriftlichen Arbeiten bzw. Lektüre. Für den gesamten Bereich der Lohnabrechnung und der normalen Personalverwaltung habe ich zwei Sachbearbeiter. Regelmäßig gibt es auch Beratungen mit dem Betriebsrat, hierzu gibt es einen fixen Termin zur Übergabe der mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten. Einen großen Raum nehmen auch die Bewerbungsgespräche ein. Der Arbeitstag endet normalerweise zwischen 17.00 und 19.00 Uhr." | Typischer Arbeitsablauf | "Stellvertretend sei hier das Prozedere der Personalauswahl beschreiben. Das Verfahren beginnt mit der Stellung einer Personalanforderung durch einen Fachbereich. In einem Vorgespräch wird dann die notwendige fachliche und persönliche Qualifikation des Wunschkandidaten mit dem Vorgesetzten ermittelt. Hieraus wird ein Stellenaushang erstellt, der zunächst firmenintern ausgeschrieben wird. Begleitend dazu werden dann weitere externe Suchmöglichkeiten (Anzeigen, Internet) überlegt. Aus den eingehenden Bewerbungen wird eine Auswahl getroffen, die dann zu einem Gespräch eingeladen wird. In der Regel gibt es dann noch eine zweite Runde, bei der der zukünftige Kollege dann auch den anderen Mitarbeitern der Arbeitsgruppe vorgestellt wird. Nachdem sich alle Beteiligten auf einen Bewerber geeinigt haben und nebensächliche Details (Gehalt) geklärt sind, erfolgt eine werksärztliche Untersuchung und die abschließende Übergabe der Personalia an den Betriebsrat. Nach dessen Zustimmung kann dann der Bewerber endlich seinen Vertrag unterschreiben und im Anschluss dann die Kündigung bei seinem bisherigen Arbeitgeber einreichen." 
| Vorzüge des Jobs | "Der Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen. Die Möglichkeit durch gute Personalarbeit nachhaltig gestaltend auf das Unternehmen einzuwirken. Interessant ist auch gerade die interdisziplinäre Zusammenarbeit z.B. mit Forschern oder IT-Experten. Hervorzuheben sind auch die angenehmen Arbeitszeiten." | Unangenehmes am Job | "Permanent zwischen allen Stühlen sitzen. Sie müssen als ' verlängerter Arm des Vorstands ' eine professionelle Distanz zu allen anderen Mitarbeitern wahren." | Berufskleidung | "Zumindest in der chemischen Industrie konservatives Outfit." . | Einkommen | "Als Einstieg ca. 40.000 Euro. Die weitere Entwicklung im Personalbereich ist durchaus nicht unattraktiv, aber nicht mit den Gehältern von Juristen in der Rechtsabteilung zu vergleichen." 
| Ausbildung, Vorkenntnisse | "Ein juristisches Studium ist ein guter Einstieg in das Personalwesen, da man als Jurist sehr schnell die Konfliktlagen erkennen und auf eine win-win Situation hinarbeiten kann. Entscheidend ist aber vielmehr die Freude im Umgang mit Menschen. Persönlich hat mir meine Tätigkeit in der Krankenpflege geholfen, mich schnell auf Menschen einstellen zu können und (ein wenig) hinter die Fassade blicken zu können. Ein gewisses strategisches Denken ist durchaus hilfreich. Daneben muss ein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge mitgebracht werden und die Bereitschaft, sich oftmals fern jeglicher juristischer Kernaufgaben z.B. mit Gehaltsfragen, Arbeitszeitmodellen oder dem Personalcontrolling zu beschäftigen." | Kontakt | eMail Dietrich.Koska@planet-interkom.de

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